BILDER FOLgEN

Route: https://goo.gl/maps/jtSss

Hotel: Tower23 (572,63 $/Nacht) Activities: Joshua Tree Park

 

Ich wache gegen halb 7 in diesem total schönen Cholla-Room auf und mein erster Gedanke gilt meinem Ohr – es ist frei, juchuu! Ich sah mich gestern schon wieder in einer Notaufnahme sitzen und habe auch schon entsprechende Informationen ergoogelt. Meine Mutter ruft an, ich rufe per Skype zurück und sie lässt mir Grüße von meinem Arzt Harald ausrichten, diese Viren hier wären sehr viel hartnäckiger als unsere. Da hat mein noch junges Immunsystem aber wirklich zu kämpfen! Wollte am Grand Canyon am liebsten nach Hause fliegen, so schlecht hab ich mich gefühlt. Aber hier ist es viel zu schön und ich fühle mich besser! Gestern haben wir das ja alles nur im Dunkeln „gesehen“ – und dunkel heißt hier schwarz. Deswegen konnte man auch die Milchstraße so gut sehen, man war das ein toller Sternenhimmel. Wir gehen ins Hauptgebäude zum Frühstücken, es ist soooo schön, ein Traum. Das Gebäude könnte auch gut an der Ostküste stehen. Naturstein mit weißen Fensterkreuzen und roten Türen … dazu ein Park, überall Ecken zum Verweilen, Springbrunnen, Bäume, Palmen von ungeahnter Höhe, Granatapfelbäume….omg, das ist ja noch viel schöner als das, was ich im Internet gesehen habe. Hier würde ich gerne ein paar Tage verweilen. Vor allem, weil gerade vor dem Gebäude der Naturpool neu befüllt wird. Und innen? Man wird geradezu in eine andere Welt katapultiert, an die Ostküste. Oder wie Cedric meint, in den Krieg Smile. Sogar ihm scheint das sichtbar zu gefallen. Nun lernen wir auch Gary Peters kennen, den Innkeeper. Er ist sehr freundlich und wir unterhalten uns eine Weile. Er zeigt uns wo Kaffee und Tee stehen und dann serviert er uns das Frühstück, ein Roasted Peach French Toast, garniert von etwas Sahne, 3 Scheiben Bacon und einem Minzezweig. Lecker! Wir wären am liebsten noch 2 Stunden sitzengeblieben. Wie detailverliebt doch hier alles ist. Der Ostküstencharakter bestätigt sich – die Dame die das Haus um 1920 gebaut hat stammte aus einer sehr wohlhabenden Familie aus Pennsylvania und das merkt man dem Haus nun noch immer an. Von den derzeitigen Inhabern wird dieser Charme weitergepflegt, seit 20 Jahren. Es hilft alles nichts, wir müssen weiter. Ich lade noch schnell einen Blogeintrag und ein paar Bilder von der Route 66 hoch, aber das Internet ist langsam. Muss aufhören. Wir wollen auch heute noch in den Joshua Tree Park und dann später nach San Diego. Vor dem Grundstück machen wir noch ein paar Bilder, hier haben wir dann auch 4G, Cedric ist ganz begeistert und ich lade auch nier noch ein paar Bilder. Byebye Roughley Manor. Wie schön es hier ist, wenn auch mitten in der Wüste. Dann gehts aber in den Park. Zunächst sehen wir noch nicht so viele namensgebende Joshua Trees, aber dann endlich lassen sie sich sehen. Wir sehen viele verschiedene Rocks, den Cholla Kaktus Garden, den Skull Rock, steigen ein paar mal aus und fahren von hier aus zu dem Keys View. Hier gibts nun auch die Killerbienen, aber sie sehen gefährlicher aus als sie für uns sind, zumindest lassen sie uns in Ruhe. Wir erklimmen den Aussichtsberg und haben einen atemberaubenden Blick über das Coachella Valley, mit Palm Springs auf der einen Seite, auf der anderen Seite geht es bis nach Mexico, man sieht im Dunst das Meer ganz verschwommen. Dazwischen verläuft sichtbar der St. Andreas Graben, dem Ort, wo die zwei großen tektonischen Platten aufeinandertreffen und deren Zusammenprall das große Erdbeben von 1926 hervorgerufen hat. Hier herrscht immer eine Dauerspannung, so dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis hier wieder ein ganz großes Beben stattfindet. Nur bitte nicht in unserem Urlaub und sowieso am liebsten überhaupt nicht. Der Ranger erzählt uns viele Einzelheiten und sagt, er sei am liebsten hier oben, da es in 29 Palms schon jetzt wieder 110 °F hat und dass es heute sicher an den 120° Fahrenheit kratzt. Naja, wir hatten gestern 117°. Für uns wird es Zeit, weiterzufahren. Wir machen am Parkausgang noch ein paar Bilder vom Parkeingangsschild, das wir eben nicht gesehen hatten. Der mexikanische Einfluß wird hier schon allzu deutlich an den vereinzelt stehenden schönen Häusern deutlich. Durch das Coachella Valley fahren wir in Richtung I10, vorbei an unendlich großen Windparks, wir erkennen einen Teil wieder, den wir eben noch vom Berg aus gesehen haben. Und auf der I10 hat uns die Zivilisation wieder, die wir jetzt seit über einer Woche entbehrt haben. Der Highway wird 4spurig, hier wird rechts und links überholt, Martin meint, schneller dürfen die Amis gar nicht fahren, es sei jetzt schon sehr stressig. Unterwegs kommen wir an einem riesengroßen Outlet vorbei, aber leider meint Martin, dass wir keine Zeit dafür haben. Wir passieren Pasadena, hat man ja auch schonmal gehört. In Bloomington halten wir bei Taco Bell an. Bei dieser mexikanischen Kette war ich noch nie, Martin holt sich 10! Burritos und ich einen Salat mit Hähnchen, Reis, Bohnen, Tomaten, Guaccamole und Sour Creme. Schmeckt eigentlich ganz ok. Wir helfen Martin noch beim Aufessen und Cedric holt sich bei Subway ein Footlong, für mich ein riesiges Baguette. Wir kommen bei der Weiterfahrt ganz schön in den Berufsverkehr. Zum Glück gibt es hier Carpool-Spuren, die man fahren darf, sobald 2 oder mehr Personen im Auto sind. So gehts für uns schneller. Das Navi leitet uns etwas um und wir kommen eigentlich ganz gut durch. Wir nähern uns San Diego und finden unser Hotel, das Tower 23 sofort. Wow, unser Zimmer (220, Surf Pad) bietet wie gebucht freie Sicht auf den Pacific und wir haben auch gleich Sonnenuntergang. Wow, alles so schön, die Surfer, die Schwimmer…..unser Fireplace draußen. Wir bekommen einen Begrüßungscocktail ins Zimmer, das passt ja. Nach dem Sonnenuntergang schlendern wir noch ein wenig über den Boulevard, das ist ja voll hier, sind wir gar nicht gewohnt. Auf einem Stück laufen wir Slalom um Kackerlaken … boah, das brauche ich aber nicht! Good Night San Diego!

Reiseroute: https://goo.gl/maps/J3uXQ.

Hotel: Roughley Manor, Bed & Breakfast (160 $/Nacht)

 

Heute startet die längste Etappe unseres Roadtrips – Route 66 inclusive. Es geht vom Grand Canyon über Williams (52,6 mi) nach Seligman (42,2 mi), Hackberry (60,2 mi), Kingman (28,3 mi), Oatman (28.6 mi), Needles (22,3 mi) und Amboy (72,7 mi) zu unserem heutigen Etappenziel, dem Roughley Manor in 29 Palms (48.3 mi).

Als wir vom Frühstück wieder rauskamen roch es sehr stark nach Rauch, auch war alles schon in einen hellen Rauch gehüllt. Wir hatten also einen Waldbrand in der Nähe, kam aus der Richtung, die wir weiter befahren mussten. Aber man versicherte uns, dass die Durchfahrt problemlos möglich sei. Offenbar ist das Feuer noch weiter weg.

Wir fahren also von Grand Canyon bis Williams – langweilige Landschaft, man sieht aber den Waldbrand auf einem Berg und die Rauchentwicklung. In Williams besuchen wir Bearizona, eine Art Freigelände für Wildtiere, dass man mit dem Auto durchquert – wir sehen Schafe, Bisons, weiße Wölfe und einige Schwarzbären aus nächster Nähe. Eintritt: 66 $ für 3 Personen.

Ash Forke Route 66, Fotostopp 1 – zum ersten Mal betreten wir die Route 66, fotografieren verlassene Häuser und das Route 66 Sign auf der Straße, juchuu. Viele suchen danach und übersehen es, wir haben es gleich zu Beginn gefunden.

Weiter über die I40 Richtung Seligman, denn die Route 66 war in Ash Fork erstmal zu Ende. Abfahrt 139 können wir wieder drauf. Sie ist hier schon ausgeschildert. Und hier sind auch die nächsten Signs auf der Mother Road und sie erstreckt sich auf viele Meilen sichtbar geradeaus hier.

Und dann sind wir in Seligman, dem ersten richtigen Route 66 Dorf. Mit all den berühmten Läden, und vor allem mit Angel Delgadillos, dem Urgestein der Route 66. “The Father of the Mother Road”. Ich kann mich gar nicht sattsehen an dem ganzen Charme der alten Zeit, an den alten verrosteten Autos und dem Flair der 60er. Ich schaue mir jeden Shop genau an, von innen und außen. Bekomme in einem Laden sogar ein Hustenbonbon geschenkt, das mir bald Linderung versprechen soll. Na wenn das mal war wäre! Aber eine nette Geste.

Vor Angels und Vilmas Shop steht ein Bus, der aber kurz drauf abfährt – ein Glück. So kann ich alles von außen fotografieren, bevor ich reingehe. Und wer ist persönlich anwesend? Richtig. Angel himself, jetzt 87-jährig steht freundlich lächelnd in seinem Shop an seinem uralten Rasierstuhl und strahlt über das ganze Gesicht. Ich begrüße ihn und plaudere ein paar Worte mit ihm, dem Vater der Mother Road. Wir machen ein paar Bilder und er bietet mir von dem kostenlosen Kaffee an, den sie dort für die Kunden machen. Ich nehme gerne an, obwohl es doch sehr heiß ist. Ich hole noch Martin, der mit Cedric bei Roadrunner sitzt und was isst und trinkt. Martin möchte jedoch keine Rasur von ihm haben – und ich habe leider keinen Bart. Wir verabschieden uns von ihm, er möchte nach Hause zum Essen. Ich schreibe noch in das Gästebuch von Angel, schaue mich nochmal im Laden um, ein T-Shirt und ein paar Kleinigkeiten nehme ich noch mit und dann bin ich wieder draußen. Gehe noch zu Angel Delgadillos Snow Cap, fotografiere dort die alten Autos, die als Vorlage für Disney’s „Cars“ gedient habe und dann wird es so langsam Zeit, weiterzufahren. Wir haben noch 500 km vor uns. Eine Cola vom Roadrunner nehme ich aber noch mit. Das Passwort für das WiFi dort lautet übrigens „Beep Beep“ – was sonst Smile

Weiter führt uns die Mother Road durch das Land der Cowboys und Indianer. Ab und an sehen wir einen Zug, der scheinbar niemals endet, so lang ist er. Gezogen werden diese Güterzüge auch von mindestens 4 oder 5 Güterloks. Wahnsinn.

Der nächste Stop ist der General Store in Hackberry. Hier geht das Fotoherz auf, ein echtes Route 66 Relikt, innen wie außen. Überall verrostete Autos, Werbeplakate. Hier holen wir uns erstmal ein Eis und sitzen auf roten Dinerbänken aus den 60ern. An der Wand hängt viel der Musik aus der Zeit, sogar eine goldene Schallplatte von Elvis ist hier zu sehen. Der alte Hund von John & Kerry Pritchard hat sein eigenes Sofa und hängt dort auch total müde ab. Es ist so unfassbar heiß, man kann sich eigentlich kaum draußen aufhalten ohne zu verbrennen.  Die Toilette ist auch ganz im Stil der 60er Jahre gehalten, man erschrickt fast, wenn man plötzlich Marylin Monroe gegenübersteht.

In Kingman halten wir an einem McDonald, Cedric hat Hunger, für mich gibt es einen großen Iced Coffee Latte, yummie.

Wir müssen weiter, haben noch einen weiten Weg vor uns. Nach endloser Prärie gelangen wir nun auf den Siegreaves Pass, den der Tahoe brav hochschraubt. Unser Zeil ist Oatman, aber erstmal werden wir mit großartigen Aussichten belohnt. Die alte Route 66 ist auf dieser Passstrecke sehr eng und kurvig. Und dann sind wir in Oatman, der alten Goldgräberstadt. Die Esel, die damals als Lastentier gehalten wurden, sind geblieben, auch als alle Golddigger schon längst die Stadt verlassen hatten und sind heute ein besonderes Merkmal, daher nennt man Oatman auch „Stadt der Esel“ haha. Sie stehen vor  Saloons und warten nur drauf, dass man sich an ihnen vorbeizwängt, aber ich habe davon schon in einem Reisebericht gelesen und lasse es lieber Smile Es gibt sogar einen 7 Tage alten Babyesel, der hat einen Aufkleber auf der Stirn, dass man ihn nicht füttern darf. Ein bewaffneter Barbesitzer von gegenüber will den kleinen Esel antreiben, ein Stück die Straße runterzurennen, weil das so lustig aussehen soll. Aber der Esel hat mal überhaupt keine Lust dazu und angesichts der Hitze dort versteh ich den auch. Er ist auch so ganz niedlich.

Wir fahren weiter, verlassen aber jetzt ein Stück die Route 66, sonst kommen wir ja nie an. In Needles steuern wir den McDonalds wieder an, wir brauchen das Internet um eine email an unser B&B zu senden, dass wir später ankommen. Dort sind wir auch wieder auf der historischen Route.

Das Navi versagt an dieser Stelle, also wird es neu gestartet. Und jetzt beginnt der größte Fehler unserer Reise … ich würde gerne rechts fahren, aber das Navi meint links – und so nach einer Stunde durch die Wüste sehen wir das Schild Las Vegas, 91 mi. Ähem … ist das nicht so die ganz falsche Richtung???? Es hilft leider alles nichts, wir müssen diesen Umweg weiterfahren. Schon in Needles habe ich gedacht, die Sonne sticht aber ganz ordentlich – und ein Blick auf unser Außentermometer verrät: 117° F, das sind unglaubliche 47,2°C! Ich bekomme irgendwie leicht Panik, dass wir hier in der Mojave-Wüste mal eine Panne haben, Reifenplatzer oder kein Sprit mehr und dass wir hier verbrutzeln. Wir haben nichtmal Eier mit, um sie auf unserem Tahoe zu braten – nur Wasser haben wir noch reichlich. Von der Interstate aus gibt es endlich ein Schild, Amboy und 29 Palms – hier fahren wir ab und wieder auf die Historic Route 66. Und es sind noch immer fast 200 km. Wie schon in Needles – nimmt der Trip denn nochmal ein Ende? Ich hoffe es … denn ich brauche einen Restroom. Dringend!

Hilfe naht, wie müssen dazu 4 mi zurück – im Sahara Inn können wir endlich tanken und auf Toilette. Beim Bezahlen der Tankrechnung fragt die Kassiererin, woher wir denn kämen. Germany. Und dann gibt sie uns zwei Postkarten von der Tankstelle zur Erinnerung und mit dem Hinweis, sie auf Facebook zu liken. Würde ich ja glatt machen, aber wir haben seit 12 h kein Internet mehr Smile

Beim Verlassen der Tankstelle sehen wir einen Hunderte von Metern langen Zug – mit Panzern und LKW der US Army. How spooky in the middle of the desert! Nur Cedric gefällt es!

Es wird Abend in der Wüste, während wir unsere lange Fahrt fortsetzen. Wir begleiten die Sonne beim Untergehen – und sie taucht die Landschaft in ein wirklich surreales Licht. Als wir in Amboy ankommen ist es schon ganz dunkel, dabei wollte ich doch unbedingt ein Foto von dort mit blauem Himmel – aber so sind die Bilder auch etwas ganz besonderes! Den letzten Rest der Fahrt bis 29 Palms fährt Martin in völliger Dunkelheit, bei unserem Tahoe muss man schon das Fernlicht einschalten, damit man überhaupt was sieht. Endlich sind wir angekommen – und was für ein schönes Zimmer, es ist noch schöner als im Internet. Für die Betten brauche ich aber eine Leiter Smile

Ich bin dank meiner fetten Erkältung nun auf dem linken Ohr taub. Na dann – gute Nacht Roughley Manor!

Route: https://goo.gl/maps/VeAFS

Hotel: Best Western Premier Grand Canyon Squire Inn, AZ (259,11 $/Nacht)

 

Was für eine hustengeplagte Nacht, aber sie ist ja nun endlich vorbei. Zum Husten hat sich ein netter Schnupfen gesellt, ich versuche immer die Zimmerluft etwas feucher zu machen durch Aufhängen eines nassen Handtuches. Aber irgendwie lindert das alles nicht meine Beschwerden. Wir packen wie immer zusammen und essen noch im Hotel ein Frühstück. Ich probiere mal wieder Oatmeal, aber irgendwie mag ich das warme Zeug heute nicht. Aber das Obst schmeckt und ich entdecke noch sowas wie nach Zimt schmeckenden Rosinenstuten. Yummiiiiieeee.

Wir füllen noch unsere Kühlbox mit frischem Eis auf und dann gehts los zum Horseshoe Bend, einem gewaltigen Mäander des Canyon River. Puh, es ist schon wieder so heiß, wenn auch nicht so wie am vorigen Nachmittag. Und es ist voll, also rein in die dicken Turnschuhe und durch den heißen roten Sand den Berg hoch. Dann gehts ein Stück geradeaus, bis zu einem überdachten, schattenspenden Unterstand. Von dort aus geht es ca. einen KM durch die Wüste runter zur Bergkante. Ohweia, was jetzt runter geht muss man gleich wieder hoch, egal. Heute mach ich den Trail. Los geht’s. Endlich angekommen traue ich mich recht nah ran, wenn auch nicht so nah wie für DAS ultimative Foto. Das überlasse ich den anderen ohne Höhenangst. Aber ich finde, auch das was ich sehen kann ist überwältigend, es geht so tief runter und man sieht die Schleife des Colorado River mit seinem grünen Wasser. Nur so viel ist nicht drin. Man sieht die Bötchen sanft vor sich hin driften. Ein toller Ort und ganz sicher die Mühe wert. Ja, denn nun gehts wieder rauf, durch den Sand – ich hab ein ganz rotes Gesicht, als ich am Unterstand ankomme, hier muss ich  mich erstmal ausruhen und mein Puls muss wieder runterkommen. Bei 40°C ist das ganz schön krass.

Leider stelle ich fest, dass ich auf dem Weg den Objektivdeckel meines Weitwinkels verloren habe. Etwas von mir bleibt also in der Wüste – ich wünschte nur, es wäre mein Husten gewesen!

Nun aber ab zum Grand Canyon. Durch den Erdrutsch kann man ja nicht die 89 nehmen, denn die Straße ist hier einfach mal so eben weggebrochen. Schon vor ca. einem halben Jahr ca. Wir müssten eine Umleitung fahren. An der Kreuzung 89T und 89 machen wir ein kurze Pause. Wir gehen in einen Navajo-General Store, Martin holt sich ein Eis, ich wollte eigentlich auf die Restrooms. Aber schon der Weg dahin war nicht so vertrauenserweckend – und die Restrooms geben mir den Rest. Nichts wie weg hier. Die Personen, die hier Hausverbot haben haben ja eigentlich echt Glück, dass sie hier nicht mehr hinmüssen Smile

Ich überquere die Straße, in der gegenüberliegenden Tankstelle versprechen sie clean restrooms. Aber hier sind mächtig viele, die auch mal müssen … vor allem eine holländische Familie, eine Frau holt ihre Kinder noch zu ihr nach vorne, nochmal 2 mehr. Schon schräg, hier holländische Töne zu vernehmen. Ich wollte aus reiner Freundlichkeit eigentlich mal darauf hinweisen, wer hier der Weltmeister ist, aber ich spare es mir.

Es geht endlich weiter, aber dank einer Baustelle wird der Verkehr einspurig geleitet. Wir müssen also ziemlich lange warten. Als wir vorne ankommen, sehen wir den armen Kerl, der den ganzen Tag das Schild „STOP“ halten muss. Eine andere Aufgabe hat er nicht.  Sein Halstuch hat er sich ins Gesicht gebunden, damit er nicht die Abgase einatmen muss. Was für eine arme Wurst! Hätte er mal in der Schule besser aufgepasst HIHI.

Der weitere Weg ist recht eintönig. Ab und an finden sich Navajo-Stände am Straßenrand, wo sie ihrem Schmuck verkaufen. An einem hält Martin dann doch mal, denn hier verspricht es, einen Scenic View zu geben. Ich gehe erst noch mit, aber dann warnt ein Schild so eindrücklich vor Klapperschlangen, Skorpionen und Spinnen, dass ich es mit einem Blick auf meine Flipflops verwerfe, mitzugehen. Und außerdem hab ich auch keine Lust, bei der Hitze das alles wieder hochzuwandern. Martin geht aber, man sieht dort wohl auch nochmal ganz toll in den Colorado River.

Endlich erreichen wir unser Tagesziel, machen die Grand Canyon Eingangsschild Bilder und dann schlafe ich erstmal eine Runde, denn mir gehts gar nicht gut. Oben angekommen fahren wir zum Scenic Viewpoint mit Watchtower. Hier können wir einen ersten Blick in den GC werfen. Wow, schon umwerfend. Diese pastelligen Farben des Canyon, die Weite … wir haben aber schon so viel gesehen, ich  zumindest falle jetzt nicht vor Ehrfurcht steif nach hinten. Ich fühle mich auch nicht danach. Es ist aber trotzdem schön dort. Wir fahren weiter, ich schlafe weiter. Es regnet. Aber nur kurz. Wir sind dann etwas zu früh an unserem Hotel, dem Best Western, so dass wir nochmal 20 min auf unser Zimmer warten müssen. Das ist in einem Nebengebäude und wir können mit unserm Auto bis vor die Zimmertür fahren. Perfekt fürs Ausladen.

Danach fahren wir durch Tusayan, ich brauche Tempos und ich kaufe mir jetzt auch endgültig was gegen den Husten, bin ja schwer verunsichert, ob das alles richtig zu meinen anderen Medis passt aber jetzt ist es mir egal. Uns überkommt auch der Hunger, wir sichen ein Steakhouse und entscheiden uns für The Big E. Und sind eigentlich auch ganz zufrieden, alles in Ordnung – und mein Capresesalat – yummie! Dann ist es schon Zeit für den Sonnenuntergang, wir fahren irgendwo hin, mir ist schon alles egal. Es ist wohl nicht einer der größten GC-View-Stellen, dafür teilen wir den Sonnenuntergang auch nicht mit 1000en von Leuten sondern nur mit einer handvoll Paaren. Erst auf dem Heimweg finden wir zufällig den Mather-Point, den hatte ich eigentlich vorgesehen. Es ist nach 8 und ich will ins Bett. Bin so richtig krank und zum ersten Mal wünsche ich mich nach Hause. Ich will endlich gesund werden. Gute Nacht GC.

 

Hotel: Days Inn and Suites Page/Lake Powell, UT

 Heute habe ich mal wieder bis 8 geschlafen. Ich bin total lädiert und huste mir sprichwörtlich die Seele aus dem Leib. Es steht mir langsam im Hals. Naja, für heute haben wir eigentlich nur einen Programmpunkt: Den Lower Antelope Canyon. Aber vorher fahren wir erstmal nach Page in die Stadt zum Frühstücken. Martin findet einen Starbucks, den steuern wir an. Allerdings ist er so klein wie das Starbucks-Symbol an der Fassade, und Bagel gibt es da auch nicht. Mein Blueberry-Scone darf Martin esssen. Kennt ihr das, wenn etwas so süß und trocken ist, dass es im Mund immer mehr wird? Schrecklich Smile

Im Vorfeld haben wir uns für Ken’s Tours entschieden, um den Canyon zu erkunden. Gehört ja hier alles den Navajo-Indianern und nur Ken soll der wahren Tourguide sein, alle anderen seien illegal. OK, den nehmen wir. Mit der Routenbeschreibung finden wir den Eingang auch gut, eine Adresse gibts nicht, da Wüste.

Wir buchen 2 mal die normale Tour und einmal die Fototour, die ich mache. Ich darf mich 2 h allein ohne Tourguide aufhalten und auch sofort losgehen. Ich frage ein paar mal nach, ob ich mich auch nicht verlaufen kann – nein, es sei eine „Einbahnstraße“. OK. Es klettern ein paar Leute aus einer Felsspalte im Boden ans Tageslicht. Der Spalt ist so schmal, dass man denkt, da passt man nie rein. Ich frage einen anderen Touristen, wo der Eingang sei – er deutet auf einen Punkt weiter hinten, macht Sinn. Ich gehe in die angezeigte Richtung, da pfeift mich einer der Navajos zurück, ich solle hier rein gehen, also am Ausgang. Fand ich etwas komisch, ich sagte, dass doch ständig Leute rauskommen – ich solle warten. OK, mach ich. Endlich kommt keiner mehr raus, also ich rein. 4 ganz schmale und fast 90° steile Stufen gilt es herabzusteigen. Klappte natürlich nicht mit Stativ, Kamera und Rucksack. Ich fiel natürlich runter, hau noch einer jungen Frau meine Kamera um die Ohren, die Arme, es war aber auch mega eng da. Reflexionsartig stütze ich mich natürlich mit meinen Armen an den Wänden ab – und da ich ja seit Oktober schon wegen dieser Schmerzen in Behandlung bin wird mir vor Schmerz erstmal schlecht und mir bricht der kalte Schweiß aus. Meine Knie zittern und ich möchte an dieser Stelle schon alles abbrechen. Aber ich bin doch kein Feigling, war teuer genug, also weiter. Die nächsten 20 Stufen runter also rückwärts geklettert, und dann bin ich drin. Immer schön gegen den natürlichen Lauffluss, wie nett. Ich warte an jeder Ecke, dass die Leute vorbeigehen, damit ich weiterkomme. Es kommt aber eine Gruppe nach der anderen. Ich komme bis zur Mitte, da ist Schluss. Ich mache ein paar Fotos, dann kommt wieder eine Gruppe und die Führerin schmeißt Sand in die Luft. Durch die einfallende Sonne sieht das natürlich total toll aus, sie fragt mich sogar, ob ich „es“ hätte – nett. Hier beschließe ich auch, zurückzugehen. Ich zittere eh noch immer am ganzen Leib und es erscheint mir alles total sinnlos zu sein, ich komme hier eh nicht weiter.

Zwischenzeitlich bin ich sogar noch ein wenig allein, ich kicke dann immer mit meinem Fuß den Sand hoch und knipse dann schnell, na das soll mir was werden Frown

Nun muss ich die ganzen Treppen wieder hoch, ist alles etwas beschwerlich aber dann bin ich endlich draußen! Ich hatte mich so auf diesen Antelope Canyon gefreut aber ich habe nur noch Wut auf diesen ganzen Indianerladen. Da ich 50$ für diesen Fotopass bezahlen musste hab ich mich natürlich beschwert, aber die nehmen sich natürlich nichts an, ich hätte da ja die AGBs vorher wohl gelesen, dass jemand entgegenkommen kann. Klar. Aber  mich in den falschen Eingang zu schicken gehört wohl normalerweise nicht zum Programm. Als die beiden anderen von ihrer Tour zurückkommen schimpfe ich was das Zeug hält. Wi*** Indianer, blöden Navojos. Meine Laune entwickelt sich proportional zu meinem Husten, beides wird immer schlechter. Da nützen auch die drei Schornsteine nix, die ich als drei Friedenspfeifen bezeichne. Ausbeuter! So zahlen sie es uns heim.

Weiter gehts – wir fahren ins Hotel und waschen und trocknen noch 2 Maschinen. Danach gehen wir zu Jack in the Box essen. Bin ja nicht der größte Burgerfan, schon gar nicht in Restaurantketten, aber ich nehme mal einen kleinen Cheeseburger, mit 2 mal Tomate und dafür ohne Gurke. Bekomme mit einmal Tomate und ohne Zwiebeln. HAHAHA. Das ist ja mal wieder gründlich schief gelaufen Smile

Wir schauen uns an, wo es zum Horseshoe Bend geht. Ist aber eher eine Location für den Vormittag, da am Nachmittag Teile des Mäanders im Schatten liegen. Wir beschließen, diesen Trail am nächsten Morgen zu machen, es ist auch viel zu heiß.

Danach fahren wir zum Glen Canyon Dam, dort wird der Lake Powell gestaut zur Energiegewinnung. Ganz schön hoch. Außerdem trennt der Damm das Grand Canyon vom Glen Canyon Gebiet, und hinter der Brücke fängt ja Arizona an. Wir gehen auch mal ins Visitorcenter und hören uns kurz ein paar Erklärungen zum Land an. Von hier aus gehts wieder zu meinem Lieblingsscenic-View über den Lake Powell, wir lassen auch den Kopter fliegen. Diesmal schalten wir die Kamera einfach vorher an. Zurück gehts Richtung Page und Hotel, aber vorher nehmen wir noch einen anderen Scenic Drive, wo wir einen tollen Ausblick auf den Glen Canyon Dam von einer anderen Seite haben. Zunächst sind wir ganz alleine hier, auf einmal kommen noch 5 anderen Autos. Herdentrieb.

Martin will ins Hotel, die Wäsche noch fertig machen. Ganz wie zu Hause. Ich lasse ihn in seinem Arbeitsdrang und fahre allein durch die Gegend, Cedric will nicht mit. Also Fenster runter, Lieblingsmusik rein und so cruise ich zu Journeys „Don’t stop believin’“ durch das goldenen Spätnachmittagslicht. Wohin? Klar, nochmal zum Platz über dem See. Nicht nur meine Idee, alle warten dort auf den Sonnenuntergang. Da klingelt mein Handy. Cedric will doch mit mit rumfahren. OK, ich sag ihm dass ich ihn sofort hole. Fahre so schnell es geht zum Hotel, aber er kommt natürlich nicht runter. Telefon geht nicht. Also hole ich ihn. Bis dahin ist die Sonne schon fast untergegangen Frown Eigentlich hab ich jetzt keine Lust mehr, aber was soll’s – cruisen wir nochmal mit lauter Musik durch Page, holen uns was bei McDonald (mein Dipped Cone schmilzt schneller, als ich es essen kann) und fahren an den vielen Kirchen vorbei wieder zurück ins Hotel. Page hat wohl für jeden Einwohner eine eigene Kirche. Das war’s für diesen Abend, morgen gehts von Page über den Horseshoe Bend zum Grand Canyon.

Reiseroute: https://goo.gl/maps/Zrv5N

Hotel: Days Inn and Suites Page/Lake Powell UT (241,49 $/Nacht)

 

Ich habe die halbe Nacht nicht geschlafen und mich nur rumgewälzt. Die Klima war fast aus und ich bekomme keine Luft mehr. da könnte man ja eigentlich doch zum Sunrisepoint fahren. Aber irgendwie traue ich mich nicht, allein im Dunkeln. Aber als es dämmerte und so tolle Wolken am Himmel waren war der Entschluss klar, ich fahre. Gar nicht so einfach, wenn man im Dunkeln alles suchen muss. Naja, Martin wurde wach, ich hab ihm gesagt was ich vorhabe und bin dann los. Kamera, Zimmerschlüssel … alles dabei. Fahre mit dem Aufzug runter, stelle fest, kein Autoschlüssel. Oh mann, also wieder in den 3. Stock hoch, denn wir hatten die Zimmernummer 3452 – den Weg hat man ja im Kopf, ist man ja gerade erst hergekommen. Ich probiere mehrmals zu öffnen mit der Karte, aber sie geht nicht. Shit, also erstmal geklopft, nochmal … dann mal kurz mit dem Fuß nachgeholfen – nichts. Keiner öffnet. Kein Wunder, ich stehe vor Zimmer Nummer 3356. Boah, ich hab mich vielleicht schnell verpi*** Smile Aber wie doof ist das auch, da ist unser Zimmer im 4. Stock …

Naja, erste Hürde genommen, ab in den Park. Ich bin voll müde und überhaupt nicht sonderlich fit. Vielleicht verpasse ich daher den Sunrisepoint und lande irgendwo weit hinter dem Sunsetpoint von gestern Abend. OK. Wenden, zurück. Nächster Versuch, falsche Einfahrt, sah aber gut aus. Komisch, ich bin hier ganz allein, ist schon gruselig. Nur die Rehe leisten mir Gesellschaft, fast wären sie wohl noch mitgekommen. Gehe bis zum Rim, aber ne, hier ist im Leben nicht der berühmte Sunrisepoint. Dabei klang Amphitheater so schön. Also zurück, gewendet und die Straße lang, eine Fahrspur, links neben mir Parkplätze. Eine Frau kommt mit ihrem Jeep entgegen, jaja, ok: ich gebe nach und fahre zurück. Als sie weg ist sehe ich diesen Pfeil. Er weist in meine Richtung. Shice, Einbahnstraße… als ich gerade ansetze zum Wenden (natürlich mit Blinker) kommt der Ranger, war ja klar. Hier sei Einbahnstraße. Ach. Ist mir ja auch überhaupt nicht aufgefallen. Smile Einen Versuch hab ich noch. Und dann bin ich endlich am Sunrise Point. Aber irgendwie ist der Ausblick nicht das, was ich erwartet habe.

Ich beschließe, dass es das war für heute morgen. Der Bryce und ich sind noch nicht soweit Smile Das einzig Schöne waren die vielen Rehe, ganze Herden mit kleinen Bambis… un so überhaupt nicht scheu.

Zurück im Hotel gehts zum Frühstück. Ein kleines Minibüffet, ich nehme mal Ei mit Bacon und ein Toast. Kaffee ist sogar noch dünner als meiner zu Hause, mir aber egal, besser als zu stark.

Dann fahren wir nochmal alle zusammen zum Sunsetpoint (und ich sehe zum ersten Mal wirklich, was Wagenladungen voll Japaner wirklich bedeutet). Dort wollen wir den Navajoloop gehen, in den Canyon rein. Zur sog. Wall Street. Der Weg führt über Serpentinen hinein, sehr steil. Ich mache auf der Hälfte Schluss. Ich bin unsicher ob ich es wieder hoch schaffe, denn die Sonne knallt voll rein und wir gehen auf Mittag zu. Ich bin so angeschlagen derzeit dass ich die Vernunft walten lassse. Ich kann mich einfach noch nicht so überanstrengen. Wer weiß, wie man hier wieder rauskäme, wenn man mal schlappmacht. Ich höre das Gespräch einer Familie aus D mit drei Kindern, sie streiten, weil einer der Jungen wohl falsche Schuhe anhat, aber jeder in den Bryce reinwandern will. Da sagt die Mutter ganz gönnerhaft: Jaja, ich kann es mir schon vorstellen, dass die Enttäuschung groß ist, hier geht ja jeder rein, sogar 100-jährige.

Dann bin ich wohl 101. Depperte Kuh!

Apropos Schuhwerk, die meisten sind gut ausgestattet, aber manche sind ja einfach der Burner, eine läuft in Flip-Flops da hoch, manche in dünnen Leinenschuhen, manche auch in diesen Zehenschuhen, die ich ja total schräg finde. Nur die mit den Toms, die bleiben oben Smile Gute Entscheidung.

Ich habe sicherlich was verpasst. Aber wir kommen ja auch bestimmt mal wieder und dann bin ich nicht mehr so außer Form. Ist eh schwierig, ich muss 10 Tage das Antibiotikum nehmen, eigentlich ist ja dann jegliche Anstrengung verboten.

Oben drehen wir dann noch einen Timelapse-Film mit der GoPro und dann fahren wir zu unserem nächsten Etappenziel, dem Lake Powell nach Page. Die Fahrt ist in weiten Teilen die gleiche wie auf dem Weg vom Zion zum Bryce, wir fahren quasi einen großen Teil einfach zurück. Es ist noch sehr abwechslungsreich. An der deutschen Bäckerei halten wir an und kaufen uns ein paar Blätterteigteilchen. Naja, besonders deutsch schmecken sie nicht, aber lecker und vor allem nicht so süß. Und außerdem mache ich noch ein Bild von dem Eingang zu einer Farm, der Elk Ridge. Das Bild ist für Elke – sie bekommt bei Starkbucks immer diesen tollen Namen verpasst. Also nicht Ridge, sondern Elk  Reindeer

Die Strecke ist mit 89 mi eigentlich nicht so weit, aber sie zieht sich später wie Kaugummi, so dass wir noch einen Abstecher zu den Pink Coral Sanddunes machen. Ja, wir sind wirklich mitten in der Wüste, wie man merkt.

Danach schlafe ich eine Runde und verpasse den Staatenwechsel von Utah nach Arizona. Auf einmal hält Martin an. Wir sind an einem Aussichtspunkt. Von hier aus haben wir völlig unvorbereitet (für mich) einen atemberaubenden Blick über den Lake Powell, überall rundum nichts als Weite, Wüste und Berge. WOW, das ist wirklich toll hier.

Nun gehts aber ins Hotel nach Page. Die Zimmer sind groß, alles ok hier. Wir waschen hier erstmal 2 Maschinen Wäsche, Waschmittel gibts an der Rezeption. 1,50 $ kostet hier die Waschladung. Trockner auch vorhanden, der kostet nur 1 $.

In der Zwischenzeit fahren wir zum benachbarten WalMart und kaufen ein, Wasser, Eis, Hygieneartikel und ein paar Medikamente, die ich für eine Bekannte zu Hause mitbringen soll. Hätten wir das auch schon erledigt.

Im Hotel essen wir die Wassermelone, holen unsere Wäsche, ein paar Teile werden schnell gebügelt und dann gehts irgendwann um 12 ins Bett. Gute Nacht Lake Powell.

BILDER FOLGEN!

Reiseroute: https://goo.gl/maps/Qv7V4

Hotel: Best Western Bryce Canyon Grand Hotel UT (229,46 $)

 

Ich wache erst um 8 Uhr auf, habe richtig gut geschlafen im Ameisenhotel Smile Diese Erholungsphase hat mein Körper auch ganz dringend benötigt. Wir packen zusammen und gehen der Einfachheit halber nochmal zu den Wild Cats zum Frühstücken, immerhin kennen wir hier schonmal das WLAN-Passwort. Es gibt von allem etwas – für mich Obstjoghurt, Cedric Pfannekuchen mit Erdbeeren und Martin hat ein richtiges Bauernfrühstück mit Omelett. Irgendwie schlinge ich den Joghurt fast schon gierig in mich rein, wir haben ja bis jetzt nie mal so richtig irgendwo im Sitzen gegessen. Nach zwei Dritteln ist mir natürlich schlecht *gg*, aber wenn man sich zusammenreißt, dann bekommt man auch noch den Rest runter Smile. Dann packen wir unsere Rucksäcke, denn wir wollen in den Zion Park zu einem Trail aufbrechen. Am Eingang sind alle Parkplätze belegt, also wieder zurück ins Hotel, dort geparkt und mit dem Shuttle-Bus ersteinmal in den Park, dann dort mit einem weiteren Shuttlebus zu den verschiedenen Ausgangspunkten. Wir bekommen die eindringliche Warnung mit, viel zu trinken, da wir in der Wüste sind. Und wenn man erstmal Durst bekommt ist es meist schon zu spät und man dehydriert. „Drink your water, not just carry it“. Ich habe Angst, dass meine 2 Flaschen nicht ausreichen, aber irgendwie finden wir zwar jede Menge Lokale, aber keins verkauft Wasser in Flaschen abgefüllt. Martin kauft dann so eine zusammenfaltbare Flasche, die man befüllen kann, denn es gibt jede Menge Quellen mit Trinkwasser zum Abfüllen. Ich trau mich das aber nicht. Und dann starten wir endlich – natürlich in der größten Mittagshitze – zu den Emerald Pools. Ein lockerer Trail von 1,5 mi, der befestigt ist und auch für Behinderte und Rollstuhlfahrer geeignet ist. Wie die dieses bergauf-bergab schaffen sollen? Keine Ahnung. Ich brauche meine Zeit, denn es ist heiß und ich will auch zwischendurch fotografieren. Natürlich warten immer alle auf mich, ich sage ihnen, sie sollen das nicht tun, ich käme schon noch.

Hier riecht ein Wald noch nach Wald! So schön würzig, wie damals als Kind im Österreichurlaub.

Endlich erreichen wir unser Ziel, die Emerald Pools, natürlich nur den Lower Pool. Von oben stürzt ein „kleiner“ Wasserfall herab, der den Wanderern eine schöne Abkühlung verschafft, denn sein Sprühnebel landet auf dem Weg. Hier ist dann auch alles ganz nass. Eine Gruppe vor uns kreischt immer ganz besonders laut, wenn jemand was abbekommt. Nix mit Ruhe Smile Der Berg ist hier überhängend, man befindet sich quasi wie in einer Loggia, unten dann 2 Pools und überall der rote Stein bzw. die rote Matsche. Total schön. Hier endet aber auch unser Trail, wir gehen zurück, denn wir sind auch schon langsam wieder viel zu spät dran. Den Rückweg vertrödele ich, mache Panofotos mit dem iPhone und folge einem Wanderer, der seine Fotos mit dem iPad macht. Finde ich ja nach wie vor etwas schräg, aber wer weiß, vielleicht sieht er einfach schlecht. Ich will aber unbedingt ein Bild von ihm machen. Daher macht Martin den Trail zweimal, denn er sucht mich und musste zurückkommen hihi.

Am Ende des Trails bekomme ich noch mein Brückenfoto und dann gehts für uns nach einer Stärkung mit Eistee, Eiscréme und den Shuttlebussen zurück zum Hotel.

Wir tanken, kaufen Wasser, Lebensmittel und Eis und befüllen unsere Kühlbox neu, die hat eine tolle Funktion, man kann unten das Wasser ablassen. Danke Cedi, wäre ich gar nicht drauf gekommen.

Quer durch den Zion gehts für uns auf einem Highway-Pass weiter, hier könnte man alle paar Meter stehenbleiben, so schön ist es da. Machen wir auch  manchmal, zum Beispiel am Checkerboard Mesa, einem Berg, der ein schachbrettähnliches Muster aufweist. Am Ende des Passes ändert sich das Aussehen, wir fahren lange durch eine immer fruchtbarer werdende Hochebene mit schönen Ausblicken und endloser Weite. Es kühlt endlich ab, wir sind auch mittlerweile auf 2000 m Höhe. Unterwegs müssen wir an einigen retro-Schildern anhalten und möglichst auch an jedem verrosteten Auto, aber Martin meint, dann kämen wir ja nie an. Auch die deutsche Bäckerei ist uns einen Halt wert, aber sie hat schon zu, immerhin darf Cedric noch die Restrooms aufsuchen.

Endlich sind wir im Bryce Canyon angekommen und fahren erstmal zum Sunset-Point. Wow wow wow. Sowas ist schon beeindruckend. So eine Tiefe, diese roten und weißen Hoodoos oder wie die heißen – eine Weite, kann man sich nicht vorstellen. Viele wandern in den Canyon rein, ich will das auch, mal sehen, ob ich das morgen schaffe.

Für heute machen wir ein paar schöne Bilder und dann gehts zum Hotel. Einchecken, auf die andere Seite ins Ruby Inn zum Abendessen (was für eine Massenabfertigung) und dann endlich ab in unser Zimmer. Sehr großes Zimmer mit einem Couchbereich, aber eben halt auch alles etwas dunkel, aber sauber. Kaffeemaschine steht im Badezimmer – lecker Smile

Ich falle in einem komaähnlichen Schlaf. Gute Nacht Bryce Canyon.

Good morning in the morning Smile nicht dass sich jemand Sorgen macht, wir sind alle wohlbehalten – bis auf mich. Ich bin doch ein wenig angeschlagen. Dies und das und jenes. Zum verrückt werden. Aber egal, denn wir sind jetzt im Zion Nationalpark. Nachdem ich heute endlich mal gesagt ausgeschlafen habe, kann es gleich losgehen zu unserem ersten richtigen Trail!

20140719-102742-37662835.jpg

BILDER KOMMEN NOCH; EBENSO WIE DIE BEIDEN TAGE IN LAS VEGAS. KATIE IST IM STRESS  Party

Reiseroute: https://goo.gl/maps/3ffkw

Hotel: Desert Pearl Inn, Springdale UT (224,13 $)

Mit gepackten Koffern velassen wir das Aria Hotel, nicht ohne vorher noch 40 $ an Spielautomaten zu verzocken (Martin).  Es ist mittlerweile 10 Uhr.  Alles passt bestens bestens in den Tahoe. Wir fahren zu Walmart, einkaufen für den Roadtrip, Kühlbox, Gallone Wasser, schwarzes Laken, Obst, Kekse. An der Bank of America haben wir Geld geholt, gleich für mehrere Tage, denn in den Parks gibt es nicht unbedingt Geldautomaten. Kontaktlinsen brauche ich auch dringend, gibts hier aber nur auf Rezept. Mist, meine gehen bald aus.

Endlich kann es losgehen. Routenpunkt 1: Siegfried & Roys Haus, ein großes, palmengesäumtes Ansehen, umgeben von weißgetünchten Mauern und Zaunelement mit den Initialen SR. Aber wer treibt sich schon zu Mittag in Vegas draußen rum – wir sehen sie natürlich nicht.  Aber nur zwei ihrer kleinen Hunde kläffen uns an. Naja, besser als von Tigern erwischt zu werden. Wir fahren weiter, kommen gerade zum nächsten Mc Donald, ich muss mal wieder. Nerv. Ich schaffe es aber nur bis zur Tür, dann wird mir so schwindelig, dass ich erstmal dort stehenbleiben muss, bevor ich es wage, zum nächsten Stuhl zu gehen, wo ich mich erstmal hinsetzen muss. Was soll das denn?

Naja, ein Starbucks-Energydrink gibt mir erstmal etwas Energie zurück. Es ist schon 12.

Wir kommen einfach nicht in die Pötte.

Endlich gehts über die I15 in Richtung Valley of Fire, ca 100 Milen entfernt. Das besondee an diesem Statepark sind die roten Felsen und natürlich die Fire Wave, die den Reiseführer “Der ganze Westen” von Grundmann und Synnatschke ziert. Da will ich auch hoch, ist ja nur ein kurzer Trail. Wir fahren dazu vom Parkeingang, an dem wir 10 $ zahlen müssen und einen atemberaubenden Blick über das Tal bis zum Lake Mead haben, zunächst zum Visitor Center. Restroom Pause Nummer 3 seit der Abfahrt, so langsam zeichnet sich ab, ich hab eine Blasenentzündung. Zum Dauerhusten. Klasse, geht’s eigentlich noch?  Kein Wunder, dass mir gestern so elend war. Ich muss sogar die Plumpsklos aufsuchen, die im Park verteilt sind. Trotz aller ganz schlimmer Erfahrungen in diversen Reiseberichten, es geht nicht anders. Aber ich fand es nicht so schlimm, ich hatte auch keine andere Wahl. Aber oberflächlich betrachtet waren die sogar halbwegs sauber und geruchsneutral. Und keine Killerbienen zu sehen. Smile Martin lässt die GoPro mit dem Kopter in die Luft. Vergisst dabei zweimal , die Kamera anzustellen Frown Es ist so heiss, dass man denkt, man verbrennt. Ich gebe Richtungsanweisungen über den Monitor. 109 Grad Fahrenheit, ca. 43 Grad, ich will schnell aufhören, denn Martin hat den Kopter einmal fast verloren. Im Auto merke ich, dass das für mich nicht geht. Daher muss ich leider auf den Trail zur Fire Wave verzichten, ich glaub, den schaffe ich nicht. SHIT! Die anderen wollen auch nicht, so fahren wir weit. Am Elephant Rock steigen wir aus, nur ein kurzer Trail von einer Achtel Meile, ca. 125 m. Ich lass das die Männer machen, damit wir wenigstens ein Bild einer Gesteinsformation haben, das nicht gleich an der Straße liegt. Naja, wir gehen wohl als die größten Valley of Fire Looser in die Geschichte ein Frown, aber Gesundheit geht für mich jetzt vor, so angeschlagen, wie ich zur Zeit bin.

Wir müssen halt mal wiederkommen, aber dann am Abend, wenn die Steine so richtig rot glühen.

Die nächsten drei Stunden verbringen im Auto, immer schön durch die Wüste. Ab und an gibts es sogar kleinere Orte, wie Overton, auf einmal sehen wir sogar ein goldenes M! Cedric meint, es könnte sich um eine Fatamorgana handeln, anders könne er sich das nicht erklären. Natürlich wird auch hier wieder gehalten, Restroom, eine Cola, weiter gehts. Ich übergebe hier endgültig das Steuer an Martin. Weiter gehts, noch 2 h Fahrt. Endlose eiten und ein Speedlimit von 75!!! (echt schnell, wow). Endlose Weiten, Speedlimit 75 m/h, wow, richtig schnell darf man hier fahren. Wir kommen an den einzigen größeren Orten vorbei, St. George, Hurricane… und jeder McDonald wird angefahren für einen Restroom-Stop. In Hurricane gibt es sogar einen ganz besonderen Doc: den 9fingerdoc.com Smile  Wir haben mittlerweile eine Staatsgrenze passiert, nämlich die nach UTAH. Manchmal kommen wir an riesige Kreuzungen, wo wir auf einmal rot haben. Obwohl von keiner Seite jemals jemand kommt. Jedenfalls nicht jetzt Smile

Und endlich kommen wir durch den Sonnenuntergang nach Springdale, einem ganz entzückenden Ort und an unserem Hotel an, dem Desert Pearl Inn. Das erste warwir sehen ist der schöne Pool, eingerahmt von den roten Bergen des Zion NP und das zweite sind die Restrooms HAHA. Mittlerweile sind die Temparaturen auf erträgliche 35°C gesunken.

Unser Zimmer ist riesig groß und wirklich schön, einzig die (sehr kleinen, aber vorhandenen) Ameisen müssten als Begrüßungskommittee nicht unbedingt bereitstehen. Aber solange es keine Spinnen sind. Ich achte nur darauf, alle Koffer und Taschen zu verschließen, damit wir die nicht bis nach San Diego mitnehmen.

Da es schon spät ist und nur noch 3 Lokale zum Essen geöffnet haben fahren wir die paar Schritte zu den Wild Cats. Martin möchte unbedingt endlich mal im Restaurant sitzen und essen, aber ich baue gerade extrem ab. Dieser schreckliche Husten, meine Nase zu, Blasenentzündung. Ich möchte nur etwas zum Mitnehmen. Pizza Margarita für Martin und für mich einen Salat, der mit Erdbeeren und Pecannüssen und irgendeinem Champagnerdressing verlockend klingt. Die Wartezeit überbrücken wir mit einem Getränk. Ich möchte ein Corrs Light und eine Sprite, ich möchte mir ein Radler mischen. Und dann kommt wieder etwas typisch Amerikanisches. Eine Flasche Corrs und eine Sprite im 0,5 l Mason Jar Glas mit vielen Eiswürfeln. Ein riesiges Glas! Das muss ich mitnehmen für 3 $. Ich mische mir mein Radler mit Eiswürfeln und es wirkt. Meine Lebensgeister erwachen, nebenan wird Karaoke gespielt und manche sind wirklich gut.

Endlich sind unsere Speisen da. Ich essen ein kleines Stück der riesigen Panpizza und ein wenig Salat. Denn das Dressing ätzt mir meinen Hals weg, hätte ich doch mal bloß nicht alles draufgetan. Und dann kann ich endlich ins Bett. Gute Nacht Zion!

Las Vegas (BILDER FOLGEN, SOBALD INTERNET VORHANDEN)

Ich wache viel zu früh auf – und es lässt mir keine Ruhe, es doch noch mal zu probieren, den Tahoe einzutauschen. Also – auf gehts mal wieder zum Car Rental am Flughafen. Ich bereue den frühen Trip nicht, weil ich einen total schönen Sonnenaufgang erlebe, der diese ganze Wüste in ein total schmeichelndes Licht taucht. Und außer mir ist irgendwie keiner unterwegs. Naja, fast keiner. Zumindest nicht am Car Rental Service. Boah, und der Sack sagt ich soll so früh vorbeikommen. Kleines Arschloch Smile Naja, beim normalen Hertz ist eine Dame – to cut a long story short: Ich bekomme kein anderes Auto. Wir haben schon das größte und überhaupt weiß sie gar nicht, was wir für ein Problem haben. Ich auch nicht …. hab mich ja eh schon an ihn gewöhnt. Da ich ganz allein im Parkhaus rumlaufe hält ein Wagen an und ein Typ fragt mich, ob alles ok sei. Hm, vielleicht schleich ich mich jetzt wirklich besser. Ich fahre zurück ins Hotel. Da wir beschlossen haben, am Abend mit dem High Roller zu fahren, aber online keine Karten bestellen konnten, fahren wir nach dem Frühstück dorthin. Die Karten sind schnell gekauft – für das höchste Riesenrad der Welt. Auch wenn wir auf dem Weg vom Parkplatz bis zum Ticketschalter leicht Sorge hatten, im Asphalt klebenzubleiben. Das ist der Preis für einen Sommer in Vegas. In der kleinen Straße befindet sich auch ein Sprinkler, dort gibts Cupcakes und Eis. Klar, Eis geht immer. Neu: das Red Velvet Hörnchen. War aber auch wirklich ganz lecker. Mehr als eine Kugel schaffe ich nicht, wäre ja vorher alles weggeschmolzen.

Dann fahren wir zum Walmart und zu  Michaels, dem Laden für den Hobby-Werker. Jegliches Scrapbook Zubehör führen die da, das ist ja glatt wie im Himmel. Aber ich kaufen nicht viel, gibts auch alles mittlerweile bei uns und der Platz im Koffer ist heilig. Bekomme aber 40% auf den teuersten Artikel. Mein Coupon, den ich mir hatte per mail zusenden lassen, hat mir nicht viel geholfen – so ohne Wlan.

Bei Walmart kaufen wir ein paar Teile, Halterung fürs iPhone fürs Auto wegen Navigation ab morgen. Und dann sind wir schon wieder im Stress. Denn wir wollen ja um halb 8 Riesenrad fahren, vorher aber noch zu Madame Tussauds in das interaktive Wachsfigurenkabinett. Hier haben wir viel Spaß, man kann mit jeder Figur posieren und sogar zu Hugh Hefner als Bunny ins Bett hüpfen. Für dieses Bild bin ich aber nicht zu haben Smile

Wir hetzen im Stechschritt zum High Roller und schon geht die 30-minütige Fahrt los. Ich hab erst noch total Schiss, aber irgendwann stehe ich sogar auf, aber so ganz an die Kabinenwand trau ich mich nicht, die anderen Passagiere dafür umso mehr. Auch wenn ich den Eindruck habe, die machen permanent nur Bilder von sich oder Selfies – wenn man die hinterher fragt, was sie gesehen haben, kommt wahrscheinlich nicht viel Smile

So, Martin hat Hunger. Er will in so eine Blinkie-Bude, aber nicht mit mir. Ich will was Schönes, das Yard House sieht gut aus, das war mir am Morgen schon aufgefallen. Und dorthin gehen wir auch. Aber irgendwie baue ich dort plötzlich ab, Martin darf kein Bier trinken, denn ich fühle mich außerstande, heute noch einmal zu fahren. Mir wird kalt, ich fröstele, huste mir die Seele aus dem Leib und fühle mich auf einmal nur noch total elend. Ab nach Hause, irgendwie ist der Wurm drin in diesem Urlaub. 10 Uhr schlafe ich. Und das in VEGAS. Nichtmal mehr ins Casino hab ich es geschafft *heul*.

Las Vegas

Wir sind früh wach, holen uns bei Starbucks unser Frühstück und machen uns auf den Weg zum Flughafen, nachdem ich vorher noch mit denen von der Autovermietung telefoniert habe. Wir brauchen ein anderes, größeres Auto. Unser Cadillac RSX ist total modern und gut ausgestattet, aber no way für die nächsten 3 Wochen.

Die Schlange am Hertz Schalter ist endlos, leider auch am Goldschalter. Offenbar sind gleich mehrere Flugzeuge angekommen. Wir bekommen ohne große Diskussionen ein Upgrade auf einen Chevrolet Tahoe. Aber ich finde den sooo hässlich dass ich in den Rumpelstielzchenmodus wechsle. Und der hat auch noch eine Hebelautomatik, die man vorne am Lenkrad bedienen muss. Und der hat ja gar nichts Schönes von innen. Ich bin totl enttäuscht und versuche nochmal einen Tausch zu arrangieren, aber es ist ja nichts da und der Tahoe sei schon das größte Auto. Martin meint, da bekämen wir unsere Koffer und Taschen genau so wenig rein wie in den anderen und alle hassen mich, Cedric, weil er jetzt auch kein Glasdach mehr hat Smile Wir haben den ganzen Vormittag dort verbracht – besser: vergeudet. Wir nehmen den Tahoe mit, ich kann es ja am nächsten Morgen um 6, halb 7 nochmal versuchen. OK.

Es ist schon nach 1 Uhr. Wir wollen nach Downtown, zur Freemont Street, vorbei an den ganzen Weddingchapels – also so richtig schön finde ich das alles nicht. Ich möchte hier eher nicht heiraten, brauch ich aber ja auch nicht (mehr).

Wir gehen zum Heartattack-Grill. Den kannte ich aus div. Reiseberichten. Hier geht es alles um die endlose Völlerei. Und wehe man isst seinen Burger nicht auf, dann gibts aber Haue. Wir müssen uns in einen Krankenhauskittel schmeißen und werden von Krankenschwestern und einem Arzt bedient. Light-Produkte sind hier verpönt, also muss ich mal eine schöne echte kalte Cola trinken. Salat o.ä. Fehlanzeige, ich entscheide mich daher für den kleinsten Burger. Ich habe eigentlich überhaupt keinen Hunger auf das alles, aber man ist ja kein Spielverderber. Neben uns kommen sie an den Pranger – die Krankenschwestern versohlen ihnen gehörig den Ar***. Wow, aber volle Kanne!!!! Ihr könnte euch nicht vorstellen, wie ich meine Reste zusammengekratzt habe, da blieb kein Salatblatt übrig. Eine 9-köpfige Famile musste auch dran glauben, die kleinen Kinder fanden das glaub ich so bekloppt, jedenfalls haben sie total entsetzt geschaut.

Naja, mittags ist dort nicht viel los, abends geht da sicherlich total die Post ab. Wir hauen ab. Besichtigen noch ein wenig die Freemont Street aber es ist so unvorstellbar heiß, und so im Hellen ist das auch nicht so richtig schön.

Wir fahren den Strip hoch und machen ein paar obligatorische Bilder am Welcome Las Vegas Sign. Es ist so heiß, der Wahnsinn. Von hier aus fahren wir zum Outlet. Wir sind schon total im Zeitdruck, aber einmal will ich noch rein. Habe mein VIP Coupon gegen ein Gutscheinheft eingelöst – aber viel weiter als bis zum Hilfiger kommen wir nicht. Aber was für eine Enttäuschung – es gibt nichts was ich mitnehmen würde, da haben sie in Roermond aber schönere Denim-Klamotten. Einzig ein Paar Flip-Flops will ich kaufen, aber vor mir an der Kasse kauft eine vierköpfige Familie den Laden im wahrsten Sinne des Wortes leer – das kann ja noch Jahre dauern, soviel Zeit haben wir nicht. Flip-Flops adé, wir müssen los. Hechten ins Hotel, machen uns ganz schnell frisch, packen unsere Groupon-Gutscheine, leisten uns ein Taxi und lassen uns zum Mirage bringen. Dort findet „Illusions“ mit Jan Rouven statt. Bei Groupon habe ich drei Gutscheine bestellt zum Preis von 39 Euro, preferred seating. Original kosten die Eintrittskarten weit über 100 $. Aber man muss erstmal durch das komplette Mirage bzw. durch das Casino, uns gehts schon fast die Puste aus, als wir den Ticket-Schalter finden haben wir noch ganze 5 min Zeit. Anstandslos tauschen wir die Tickets, und ein Typ weist uns dann unsere Plätze zu, wir sitzen ganz vorne in der 6. Reihe.

Die Show beginnt. Jan Rouven wurde 2014 zum Illusionisten des Jahres gewählt. Man kennnt ihn aus dem dt. Fernsehen auch, der macht glaub ich auch immer so Entfesselungsaktionen unter Wasser. Ich meine sogar, der wäre letztens dabei mal fast draufgegangen. Muss ich nochmal recherchieren.  Die Show ist kurzweilig, das Publikum wird immer einbezogen und mein Sohn ist glücklich, denn es war sein Wunsch, hier her zu kommen.

Nach der Vorstellung gibts noch ein Meet & Greet mit dem deutschen Zauberer, ein paar Bilder, Autogramme und Cedric kauft sich noch einen Zauberkasten.

Über den Strip gehen wir zurück, schauen uns noch beim Bellagio zwei Wasserspiele an, eins begleitet zur Musik von Elvis Presleys „Viva Las Vegas“ und eins zur amerikanischen Nationalhymne. Man hält es so langsam aus – sind ja nur noch 39°C … um 1 Uhr sind wir dann im Zimmer. Völlig geschafft. Entscheiden uns, den Tahoe zu behalten und nicht am nächsten Morgen nochmal zum Flughafen zu fahren. Also können wir ausschlafen. Night Vegas Smile